Aktuelles/ Veranstaltungen

In Zusammenarbeit mit der AKTION MENSCH bieten wir verschiedene Projekte Geflüchtet ukrainische Kinder und Jugendliche, die wir betreuen an.


Am 10. November findet der Einnerungsgang statt.

Die Helene-Lange-Schule (HLS) übernimmt in Kooperation mit dem Arbeitskreis Erinnerungsgang die Gestaltung des Erinnerungsgangs 2022.
Oktober – Dezember
Schulkino zum Erinnerungsgang
21 Filme können gebucht werden. Infos, Anmeldungen und Termine:
filmvermittlung@cine-k.de
Erinnerungsgang-2022

Nähere Informationen https://www.erinnerungsgang.de/der-erinnerungsgang/2022-2/


Oldenburger Staatstheater: Ausstellung im Günther-Goldschmidt-Foyer

Begleitet werden die Inszenierung durch eine Ausstellung bei der zeitgenössische jüdische Kunst im direkten Kontakt zu Theatervorstellung steht. In Skulptur und Fotografie werden Brücken zwischen Geschichte und Gegenwart gebaut. Die Bilder des Fotografen Benyamin Reich arbeiten einerseits am Scheinkontrast von jüdischer Orthodoxie und Alltagswelt, thematisieren mit dem Porträt des Zeitzeugen Albrecht Weinberg jedoch auch die historische Verfolgung in der Schoah. Skulpturen der Bad Zwischenahner Künstlerin Jael Andra Benar spielen mit den Buchstaben des Ketav Iwri, des Urhebräisches und betrachten dabei jüdisches Erbe über eine weite Zeitspanne hinweg.

Am 30. Januar 2023 jährt sich die Machtübergabe an den Nationalsozialismus zum 90. Mal. Verschiedene Inszenierungen blicken aus diesem Anlass in die Vergangenheit und reflektieren die Gegenwart. REISE DER VERLORENEN beleuchtet das Schicksal 937 jüdischer Flüchtlinge, die 1939 auf der St. Louis Deutschland verließen, AMSTERDAM beschäftigt sich mit aktuellem Antisemitismus und historischen Spuren in der Metropole der Gegenwart.

Netanel Olhoeft © Benyamin Reich
Jael Andra Benar © Jael Andra Benar
Benyamin Reich © Benyamin Reich

Ausstellungseröffnung: Am 05. November 2022 um 18:30 Uhr wird die Ausstellung durch Intendant Christian Firmbach und ein Gespräch zwischen Rabbiner Netanel Olhoeft mit den Künstler:innen und dem Zeitzeugen Albrecht Weinberg feierlich eröffnet. Im Anschluss findet um 19.30 Uhr die Premiere „Reise der Verlorenen“ statt.


In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden der Stadt Oldenburg darf unsere Gemeinde jüdisch-ukrainische Geflüchtete und ihre Angehörigen in einem von der Stadt Oldenburg angemieteten Zufluchtshaus in fußläufiger Nähe zu unserem Gemeindezentrum unterbringen. Unsere Gemeinde unterstützt die städtischen Behörden und die Geflüchteten dolmetschend  bei den notwendigen Ämtergängen zur Regelung des Bleiberechtes, zur sozialen Absicherung, bei der medizinischen, psychologischen und religiösen Versorgung sowie bei der Versorgung mit den Dingen des alltäglichen Bedarfes und nicht zuletzt auch bei der Integration in unsere Gemeinde. Dies tun wir bedarfsgerecht  auch für die ukrainisch-jüdischen Geflüchteten, die im privaten Umfeld unserer Gemeinde ihre erste Zuflucht gefunden haben.

Wer diese Flüchtlingsarbeit unserer Gemeinde finanziell unterstützen möchte, kann spenden auf unser Gemeindekonto der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg K.d.ö.R  bei der Raiffeisenbank Oldenburg
IBAN DE59 2806 1822 0430 2990 00 BIC GENODEF1EDE  unter dem Stichwort: „Flüchtlingshilfe Ukraine“.

Die gespendeten Gelder kommen dabei unmittelbar dem Bedarf der  geflüchteten Menschen zu Gute. Es werden davon keine Personalkosten oder Aufwandsentschädigungen bestritten.



Nachruf

Rabbiner Henry G.Brandt sel. A.

Rabbiner Dr. Henry Brandt, langjähriges Gründungsmitglied und Vorsitzender der Allgemeinen Rabinerkonferenz Deutschland ist am 7. Februar 2022 im Alter von 94 Jahren in Zürich verstorben. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof seiner Geburtsstadt München begraben.

Bild: Gregor Zielke, Jüdische Allgemein

Einführung der Thorarolle in die Oldenburger Synagoge, 1992

BIOGRAFIE Henry G. Brandt wurde am 25. September 1927 als Heinz Georg Brandt in München geboren. 1939 konnte er zusammen mit seiner Familie den Nationalsozialisten durch Emigration entkommen. Kindheit und Jugend verbrachte er im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina. Er war aktiv in der jüdischen Untergrundorganisation Palmach und diente im israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948 als Offizier in der israelischen Marine. Nach einem ersten Studium der Wirtschaftswissenschaften in Irland und einer Berufstätigkeit als Marktanalytiker für die Autoindustrie nahm Henry Brandt schon als Familienvater im Alter von 30 Jahren im Jahr 1957 ein Rabbinatsstudium am Leo Baeck College in London auf. Nach seiner Ordination 1961 amtierte er als Rabbiner Rabbiner u.A. in Leeds, Genf, Zürich und Göteborg. 1983 kehrte er nach Deutschland zurück und trug in vielen Funktionen und mehreren Gemeinden zum Wiederaufbau des liberalen jüdischen Gemeindelebens in Deutschland bei.

Als Landesrabbiner von Niedersachsen hat Henry Brandt auch im Vorfeld der Wiedergründung unserer Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg im Jahr 1992 und in den ersten Jahren ihres Bestehens eine maßgebliche Rolle gespielt. Er hat in enger Kooperation und Freundschaft mit der langjährigen Gründungsvorsitzenden unserer Gemeinde, Frau Sara-Ruth Schumann sel. A. , die Grundlagen für den Wiederaufbau der Jüdische Gemeinde zu Oldenburg gelegt. Zusammen mit dem letzten Oldenburger Vorkriegsrabbiner Prof. Leo Trepp sel. A. hat er unsere Gemeinde in der Anfangszeit rabbinisch begleitet und ermutigt. Eine egalitär geführte Jüdische Gemeinde mit Gleichberechtigung der Frauen in allen Bereichen des Gemeindelebens, auch im G“ttesdienst, war vor 30 Jahren in Deutschland noch keine Selbstverständlichkeit. Wir werden ihm ihm ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens. Sein Andenken sei zum Segen.

Weiterführende Informationen: http://www.br.de/zeuge-der-zeit