„Jüdische Ereignisse“

Veranstaltungen mit jüdischem Charakter in der Region Oldenburg.

Diese Ereignisse fallen nicht in die Zuständigkeit der jüdischen Gemeinde.

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Sonntag, 14. April 2019
Beginn 18:00 — Einlass: 17:00

Konzertkirche Warfleth/ Deichkirche St. Marien,
27804 Berne-Warfleth, Deichstraße 120


NINA TICHMAN SPIELT SCHUBERT
Erstes von vier Konzerten mit allen Klaviersonaten von Franz Schubert

„Schubert schlägt Saiten in mir an, die kein anderer Komponist kennt.“

Die jüdische, amerikanische Starpianistin Nina Tichman spielt am Sonntag, 14. April (18:00) in der Konzertkirche Warfleth drei Klaviersonaten von Franz Schubert (1797-1828), und zwar die Sonaten Es -Dur (D 568, 1817), G-Dur (D 894, 1826) und c-Moll (D 958, 1828). Das Konzert bildet den  Auftakt einer auf vier Konzerte in vier Jahren angelegten Reihe mit der Gesamtaufführung aller Schubertsonaten. 

Tichman, geboren 1950 in New York (USA), gilt als „eine der bedeutendsten Pianisten“ unserer Zeit (nmz) und zugleich als meisterliche Schubertinterpretin. Bei einem früheren  Warflether Schubertkonzert lobte die Presse Tichmans  „untrügliches Gespür für die Tempi“und ihre „emotionale Tiefe“: „Bei ihrem denkwürdigen Klavierabend … legt sie ihr Konzept auf eine endliche Versöhnung aller Gegensätze an. Den düsteren Momenten und quer verstrebten harmonischen Linien weist sie ihre große Bedeutung zu. Doch sie hebt am Ende die Gegensätze auf und führt die Musik in die Sphäre der Unzerstörbarkeit.“ (Horst Hollmann, NWZ) Tichman bezeichnet Schubert als ihren „absoluten Lieblingskomponisten“: „Er schlägt in mir Saiten an, die kein anderer Komponist kennt“.  Es war ihr ein besonderer Wunsch, alle elf Schubertsonaten gerade „in my beloved Konzertkirche Warfleth“ aufzuführen.

Nina Tichman ist ein internationaler Star, zuhause in den großen Musikzentren der Welt. Schon mit 15 Jahren brachte sie mit Beethovens 5. Klavierkonzert die Carnegie Hall zum Kochen. Die New Yorker Juillard School zeichnete sie mit dem selten verliehenen Steuermann-Preis für „herausragende musikalische Leistungen“ aus. Im Laufe ihrer weiteren Karriere errang sie dann so renommierte Preise wie den Casagrande-, der Busoni- und der Mendelssohn-Preis, wurde auf allen Kontinenten in Radio- und TV-Sendungen porträtiert, übernahm eine Professur in Köln, gründete das Xyrion-Trio (zusammen mit Maria Kliegel und Ida Bieler), leitete und leitet Meisterklassen auf der ganzen Welt und gehört bis heute Jurys bedeutender Wettbewerbe an. Sie hat u.a. mit Dirigenten wie Moshe Atzmon, Leon Barzin, Aaron Copland, Dmitri Kitaenko und Louis Langrée und mit Orchestern wie den Bamberger Sinfonikern, den Sinfonieorchestern der Bayerischen, Hessischen und Norddeutschen Rundfunkanstalten, dem Orchester von Baltimore und dem berühmten St. Louis Sinfonieorchester musiziert.  Nina Tichmans Diskographie umfasst Werke von Bartók, Beethoven, Copland, Chopin, Corigliano, Debussy (Gesamtklavierwerk), Fauré, Kirchner, Mendelssohn, Penderecki und Reger.  Auch nach ihrer Emeritierung ist sie weltweit als  Pädagogin und Konzertpianistin aktiv. Auf ihrer Agenda 2019 stehen u.a. die Leitung von Meisterkursen an der  Europäischen Akademie Palazzo Ricci Montepulciano, dem Musikfestival im holländischen Bergen und beim International Keyboard Institute and Festival  New York City sowie Auftritte in Deutschland, Italien und den USA. Nina Tichman ist Jurorin der Auswahlkommission des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschidenst) und Leiterin der Andernacher Musiktage auf Schloss Namedy. 

Für das Konzert am 14. April hat sie als spannungsreiche Trias je eine Sonate aus Schuberts früher, mittlerer und später Schaffensphase ausgewählt. Typisch Tichman, könnte man meinen: „In engen Räumen“, urteilte Hollmann, „wartet sie mit vielen Anschlagsschattierungen auf. In weiten Räumen erkennt sie immer das entfernte Ziel. Trotzdem haftet ihrem Spiel nie etwas Gesuchtes an. Die Musik entwickelt sich überaus natürlich, doch niemals widerstandslos.“ „Niemals widerstandslos“, das trifft auch auf Schubert und seine drei Sonaten vom 14. April zu, bilden die doch das klavierkompositorische Spektrum Schuberts und dessen enorme geistige und emotionalen Tiefen beispielhaft ab: die frühe, unbeschwerte Es-Dur-Sonate des Zwanzigjährigen begegnet in Warfleth der elf Jahre später entstandenen monumentalen, Todesahnung atmenden c-Moll-Sonate.  Die G-Dur-Sonate schließlich, für viele eine der schönsten und vollkommensten Sonaten Schuberts überhaupt, löst alles auf in lyrischer Stimmung und milder, ja heiterer Versenkung: Früüüühling! — und das Herz geht einem auf, trotz alledem.

Infos: Reinhard Rakow, 04406-920046
berne-bringt@t-online.de
www.reinhardrakow,de

PLATZVERGABE nach Bestelleingang, nummerierte Plätze

EINTRITT
Standardpreis € 25,00
Eintritt frei für Schüler, StudAzubis, Erwerbslose, Geburtstagskinder
Zusätzlicher Sozialtarif für Einkommensschwache, „Warfleth-Karte“

ZWEI Teile, eine Pause

Vorverkauf:
Brake — Tierarztpraxis Dr. Ursula Gässlein
Elsfleth — Buchhandlung Leselust
Oldenburg — Buchhandlung Libretto

Parken:
Am Friedhof, Bauernstraße, Warflether Helmer, Zollstraße
(An der Deichstraße selbst dürfen im Bereich der Kirche (20-er-Zone) keine Fahrzeuge abgestellt werden, um Probleme mit Linienbussen, Rettungsfahrzeugen, landw. Gespannen und abendlichen Rossen von vornherein zu vermeiden.) Nutzung der Deichauffahrt nach vorheriger Absprache, tel. 04406-920046.


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Sonntag, 28. Juli 2019
18:00 h, Kirche St. Marien, Deichstraße 120,
27804 Berne-Warfleth

Asasello-Quartett
Konzert in drei Teilen – Warfleth exklusiv
„Neunzig Jahre Günter Berger“
Urauffürungen der Streichquartette 3, 4, 5 und des Charakterzyklus „Sieben Temperamente“
Der in Dötlingen (Landkreis Oldenburg) ansässige Jubilar, fast zwanzig Jahre Professor für Orgel und Improvisation an der HfKMBremen, hat seit Mitte der Neunziger über zwanzig internationale und nationale Kompositionspreise errungen, zuletzt 2018 beim renommierten „Klangfarben“-Wettbewerb Berlin. Er ist Träger der Landschaftsmedaille der Oldenburgischen Landschaft. Etliche seiner Werke werden von namhaften Verlagen wie Bärenreiter und Schott publiziert.
Sein Werk „Das große Klagelied“, eine Vertonung des Poems „Das Lied vom ausgemordeten jüdischen Volk“ von Jizach Katzenelson, und das den Opfern von Auschwitz gewidmete „Crucifixion“ wurden in zahlreichen Orten Deutschlands, Polens und in Israel (Tel Aviv und Jerusalem) aufgeführt. Berger wurde geboren am 25. Juli 1929. Die ausgewählten Werke sind (wie so viele aus seinem Oeuvre) vorher noch nie zu Gehör gebracht worden. Die Musiker haben die Uraufführungen exklusiv für das Geburtstagskonzert einstudiert.
Die aus Russland (Rostislav Kozhevnikov), der Schweiz (Barbara Kuster), Polen (Justyna Sliwa) und Finnland (Teemu Myöhänen) stammenden Musiker des Asasello-Quartetts haben sich in wenigen Jahren ein vielfältiges Repertoire erarbeitet und durch ihre packende Unmittelbarkeit einen hervorragenden Ruf erspielt. Der Erste Preis beim Migros-Kultur-Wettbewerb bildete den Auftakt zu einer internationalen Konzerttätigkeit. Es folgten Tourneen nach Ungarn, Russland, in die Niederlande und nach England, erfolgreiche Auftritte bei der Musik-Triennale Köln und in der Wigmore Hall London sowie die Teilnahme an Workshops, z.B. der Lucerne Festival Academy oder dem Atelier des Heidelberger Frühlings. Neben dem Studium erhielt das Quartett wichtige Impulse von Christophe Desjardins und Chaim Taub. Große Anerkennung wurde dem Quartett für sein von der Kunststiftung NRW und der Kulturstiftung Pro Helvetia unterstütztes Projekt „4 Paysages – 4 Landschaften“ zuteil, das die Musiker auf eine dreiwöchige Sibirien-Reise führte.
Das Quartett setzte sich als Preisträger beim Internationalen Kammermusikwettbewerb in Hamburg (ICMC) gegen 18 Streichquartette aus der ganzen Welt durch. Der Verband der Deutschen Konzertdirektionen zeichnete das Quartett mit seinem Musikpreis aus. Die CD-Einspielungen mit Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Fanny Hensel sowie mit Franz Schuberts Streichquartett d-moll D 810 „Der Tod und das Mädchen“ und Alfred Schnittkes Streichquartett Nr. 3 erhielten höchstes Lob der Fachpresse. 2016 spielten die Asasellos Schönbergs Streichquartette im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks für das renommuierte Label Genuin ein. Die CD wurde mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik geehrt. Aus der Begründung: „Die Quartette klingen trotz analytischem Durchdringen dominant spielerisch und immer dem Hörer zugewandt.“

 

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