
28. Mai 2026 19.00 Uhr, Gemeindehaus JGO, Leo-Trepp-Str. 15
„Vortrag zu Zionismus und israelischer Staatsgründung„
Oldenburg. Was bedeutet Zionismus heute und welche Rolle spielte er bei der Gründung des Staates Israel? Das ist das Thema einer Veranstaltung am Donnerstag, 28. Mai, 19.00 Uhr, im Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg (Leo-Trepp-Str. 15). Der Referent, Prof. Dr. Johannes Becke von der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, beleuchtet in seinem Vortrag mit dem Titel „Zionismus und israelische Staatsgründung“ den aktuellen Diskurs und den historischen Kontext. Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe „Das Judentum: Zivilisation ohne Grenzen“ der Arbeitsstelle Interkulturelle Jüdische Studien an der Universität Oldenburg und des Leo-Trepp-Lehrhauses der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg. Interessierte werden gebeten, sich bis Mittwoch, 27. Mai, unter info@jg-ol.de mit Namen und Adresse anzumelden und zur Teilnahme ihren Ausweis mitzubringen.
Die diesjährige Vortragsreihe „Das Judentum: Zivilisation ohne Grenzen“ beleuchtet das Judentum als lebendige Zivilisation und Wiege einer vielfältigen Kultur. Sie zeigt, wie jüdisches Leben über Jahrtausende hinweg die Merkmale einer Zivilisation erfüllte – ob in der Zeit des Alten Israel, in den Jahrhunderten der Diaspora ohne eigenen Staat oder heute, wenn die jüdische Diaspora und der moderne Staat Israel nebeneinander existieren. Trotz Diskriminierung, Verfolgung und wechselnder geografischer Räume entstand eine resiliente Zivilisation, die Religion, Recht, Sprachen, Literatur, Künste, Landwirtschaft, (semi-)autonome Lebensräume und vieles mehr miteinander verband. Das Leo-Trepp-Lehrhaus widmet sich über zwei Jahre hinweg zahlreichen Aspekten der jüdischen Zivilisation, die Epochen-, Länder- und Kulturgrenzen transzendiert, und lädt so zu einem vielschichtigen Verständnis vom Judentum ein.
Auftaktveranstaltung 20. April 2026
Am 20. April war ich, Christine vom Campusradio, erneut zu Gast in der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg. Anlass war der Auftakt einer neuen, zweijährigen Vortragsreihe mit dem Titel: „Das Judentum: Zivilisation ohne Grenzen“. Diese ist Teil der Zusammenarbeit zwischen dem Leo-Trepp-Lehrhaus der Jüdischen Gemeinde und der Arbeitsstelle Interkulturelle Jüdische Studien der Universität Oldenburg.
Nach der Begrüßung durch die erste Vorsitzende der Gemeinde, Prof. Dr. Claire Schaub-Moore, hob Prof. Dr. Andrea Strübind die Bedeutung jüdischer Kultur in der Gegenwart hervor. Ein zentraler Baustein dieser Kooperation ist das Zertifikat für antisemitismuskritische Bildung, das nachhaltige Impulse für die Ausbildung künftiger Lehrkräfte setzt. Angesichts des wachsenden Antisemitismus, auch an Hochschulen, sei dieses Engagement heute wichtiger denn je.
Auch Landtagspräsidentin Hanna Naber betonte in ihrem Grußwort, dass jüdisches Leben weit mehr ist als die Erfahrung von Unrecht. Gerade im Zeitalter von Social Media und KI-generierten Feindbildern brauche es Empathie, um den vereinfachten Gegensätzen von „Gut gegen Böse“ entgegenzuwirken.
Anschließend führte Rabbiner Levi Israel Ufferfilge in den zentralen Begriff der Reihe ein: das Judentum als „Zivilisation“. Aufbauend auf den Ideen von Mordecai Kaplan wird das Judentum dabei nicht nur als Religion verstanden, sondern als umfassendes Gefüge aus Kultur, Geschichte, Sprache und sozialem Leben. Ufferfilge stellte außerdem das vielfältige Programm für das kommende Jahr vor – von Musik und Literatur bis hin zu Botanik und Zeitgeschichte. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Gemeinde unter jg-ol.de.
Im Hauptvortrag von Rabbiner Netanel Olhoeft wurde es konkret. Er zeigte am Beispiel einer Immobilienanzeige aus Israel, wie die Halacha, das jüdische Gesetz, bis heute den Alltag prägt – etwa durch spezielle Balkonbauweisen für das Laubhüttenfest. Im Zentrum stand das Konzept von Derech Erez, dem „Weg der Welt“. Laut Überlieferung geht diese Vorstellung der Tora um 26 Generationen voraus und beschreibt das Zusammenspiel von religiösem Leben und weltlicher Praxis. Olhoeft spannte den Bogen von der Antike bis ins Mittelalter und verdeutlichte, dass das Judentum seit jeher in einer „atmenden Beziehung“ zu seiner Umwelt steht.
In der Neuzeit stellt sich dieses Verhältnis noch einmal neu dar. Während sich viele Jüdinnen und Juden im Zuge der Aufklärung dem bürgerlichen Leben öffneten, formulierte Achad Ha’am die Idee einer jüdischen Renaissance als Antwort auf die Moderne. Einen anderen Akzent setzte Mordecai Kaplan, der für den Erhalt der Identität in einer offenen Gesellschaft plädierte, etwa durch Orte wie die Jewish Community Centers.
Zum Abschluss wurde in einer kurzen Diskussionsrunde die Relevanz des Themas heute hervorgehoben sowie über den Kulturbegriff gesprochen.
Die Reihe geht am 28. Mai im Gemeindehaus weiter. Dann spricht Prof. Dr. Johannes Becke über „Zionismus und israelische Staatsgründung“.
Es hat mich sehr gefreut, die Gemeinde für diesen besonderen Auftakt wieder besuchen zu können.
RÜCKBLICK
Jubiläum 25 Jahre Jüdische Studien der C.v.O Universität & 10 Jahre Kooperation Leo-Trepp Lehrhaus
Wir danken nochmals unserem Festredner Prof. Dr .Dr. H. C. Daxner und allen Rednern für die zahlreichen berührenden Grussworte zu den Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich 25 Jahre Jüdische Studien an der Carl von Ozzietzky Universiotät und 10 Jahre Kooperation der Jüdischen Gemeinden zu Oldenburg mit den interkuturellen Studien der Universität Oldenburg im Rahmen des Leo-Trepp Lehrhauses.

Bild von rechts nach links: Wilfried Theising Bischöflicher Offizial und Weihbischof, Dr. Elisabeth Schlesinger Vorsitzende Jüdische Gemeinde zu Oldenburg, Jürgen Krogmann Oberbürgermeister Stadt Oldenburg, Prof. Dr. Verena Pietzner Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Daxner ehemaliger Präsident Universität Oldenburg, Prof. Dr. Dagmar Freist Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Abraham Lehrer Vizepräsident Zentralrat der Juden Deutschland, Oberkirchenrätin Gudrun Mawick, Elke Heger Vorsitzende Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg e.V., Prof. Dr. Andrea Strübind Dekanin der Fakultät IV der CvO Universität Oldenburg und Vorsitzende der Arbeitsstelle „Interkulturelle Jüdische Studien“ in Kooperation mit dem mit dem Leo-Trepp-Lehrhaus der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg
Pressemitteilung der Uni: https://www.presse.uni-oldenburg.de/mit/2021/119.html.
Jüdischen Allgemeinen Beitrag von Till Schmidt: https://www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/ein-integraler-teil-unserer-geschichte-und-kultur/
In dankbarer Erinnerung an Rabbiner Leo Trepp 1913 – 2010





